FATBIKE BASICS

Diese oftmals gescholtenen Bikes sind der neuste Trend in der Radsportbranche – und das zu Recht: Mit einem Fatbike hast du jeder Jahreszeit auf jedem Terrain Spaß!

Das Fatbike ist der 12-Tonner der Radsportwelt. Aber gerade wegen seiner Größe macht es sich besonders gut im entlegenen Hinterland und den geheimnisvollen Landstrichen. Im Winter, wenn es sich die meisten Biker zu Hause auf dem Sofa gemütlich gemacht haben oder ihre Kilometer auf dem Hometrainer abspulen, fühlt sich das Fatbike draußen bei klirrend kalten Temperaturen, Schnee und Sonnenschein wohl.

Fatbikes sind keine absoluten Neuheiten, aber sie ziehen nun erst richtig Aufmerksamkeit auf sich: Die Verkaufszahlen sind alleine zwischen 2013 und 2014 um 44 % gestiegen (Zahlen der Bicycle Products and Suppliers Association). Der Grund für diese Wachstum ist unschwer erkennbar: Fatbikes verschaffen dir Zugang zu bislang unfahrbaren Terrains und Trails – ihre riesigen Reifen bahnen sich den Weg überall hin. Außerdem sind sie durchaus renntauglich: In den USA fanden im vergangenen Jahr die ersten nationalen Fatbike-Meisterschaften statt und erste Mountainbike- und Cyclocross-Rennen haben eigens eine neue Kategorie für Fatbikes ins Leben gerufen.

Es ist also schier unmöglich, keine gute Zeit auf dem Fatbike zu haben. Und es ist denkbar einfach, den Einstieg in den Fatbikesport zu finden. Die Specialized Women’s Mountainbike Produktmanagerin Amy Nelson beantwortet uns ein paar Fragen rund um den Fatbike-Zirkus:

Für welchen Fahrertyp wurden die Fatbikes entwickelt?

Hier gibt es eigentlich keine Einschränkungen. Manche suchen nach einem Bike, mit dem sie auch größere Lasten transportieren können, aber die meisten leben in einem Vierjahreszeiten- Klima und möchten das ganze Jahr mit ihrem Bike unterwegs sein. So einfach es auch klingen mag, ein Fatbike eignet sich für jeden, der Spaß am Biken haben möchte.

Was ist genau der Unterschied zwischen Fatbikes und normalen Mountainbikes?

Der größte Unterschied besteht in den Reifen und Laufrädern. Mountainbikereifen sind normalerweise zwischen 5 und 6 cm breit und werden bis zu einem Luftdruck von 1,5 – 2 bar befüllt. Fatbike-Reifen sind 10 bis 12 cm breit und benötigen nur einen sehr geringen Luftdruck bis maximal 0,7 bar. Die Reibung, die ein solcher Reifen erzeugt, ist für verblocktes Gelände oder tiefe Unebenheiten ideal. Außerdem sind Fatbikes auch vielfältiger einsetzbar: Für ein Mountainbike wäre es nahezu unmöglich auf einer dicken Schneedecke oder gar einem Sandstrand voranzukommen. Was die Geometrie betrifft, sind unsere Fatbikes weniger aggressiv, sondern eher wie Trailbikes konstruiert.

Wo genau fährt sich ein Fatbike am besten?

Du kannst mit ihm quasi überall fahren. Von schnellen Singletrails bis hin zu tiefem Sand oder Schnee ist alles möglich, da die breiten Reifen dem Bike eine viel größere Stabilität verleihen.

Welche Unterschiede gibt es bzgl. des Fahrgefühls?

Mit einem Fatbike zu fahren ist eine ganz neue Erfahrung, das Fahrgefühl ist eigentlich nicht mit dem eines Mountainbikes zu vergleichen. Es ist viel weicher und flowiger auf weichem Untergrund, wo ein normales Bike einfach einsinken würde. Auch wenn du mit einem Fatbike etwas langsamer unterwegs bist, gibt dir diese Behäbigkeit – gerade als Anfänger – eine gewisse Sicherheit. Eine Fahrt im Wald bei frostigen Wintertemperaturen ist einfach atemberaubend und mit keinem anderen Bike-Erlebnis zu vergleichen.

Brauche ich spezielles Fatbike-Equipment?

Unbedingt einen Helm, und ansonsten solltest du deine Bekleidung so komfortabel wie möglich wählen. Eine gute Bikeshort mit Sitzpolster ist auch empfehlenswert und bei Rides im Schnee ist natürlich wasserfeste Kleidung ein Muss.

Ist ein Plus-Size Bike dasselbe wie ein Fatbike?

Nein, ein Plus-Size-Bike, bei Specialized auch 27,5+, 29+ oder 6Fattie genannt, ist definitiv kein Fatbike. Ein 6Fattie wie unser Ruze wurde für das traditionelle Trailbiken konzipiert und verfügt lediglich über 7 cm breite Reifen – größer als „normale“ MTB-Reifen, aber noch lange kein Fatbike.

Fatbikes mögen zunächst einschüchternd wirken, aber die Lernkurve ist nicht so steil. Eher flach. Versprochen.

Credits

Von Ellee Thalheimer

veröffentlicht

Donnerstag, 25. Februar 2016