



Emily Murphy leistet eine Menge zu Gunsten anderer. Sie ist Mutter, Gärtnerin, Coach und Chauffeurin. Aber es gibt etwas, das sie allein nur für sich tut - am liebsten schnell und ohne Rücksicht auf Staub oder Dreck: ein paar Stunden pure, ungetrübte Flucht aus dem Alltag.
Shiri Amram gibt ihren Bikes Namen. Pearl. Rose. Champagne. Black Beauty. Das eine bringt sie zur Arbeit. Das andere müsste mal wieder überholt werden. Mit einem anderen fährt sie am liebsten über die Golden Gate Bridge. Und wieder ein anderes hat ihr die Höhenangst genommen. Aber alle zusammen - so sagt sie selber - haben ihr das Leben gerettet.
Wenn du Dede Muhler bist, werden dir viele Fragen gestellt. Du wirst gefragt an der Friedenstruppe in Indien teilzunehmen - und du sagst ja. Du bekommst einen Liebesbrief mit einem Heiratsantrag - und du sagst ja. Wenn du 70 Jahre alt bist, wirst du gefragt mit einer Gruppe von Frauen bis zum Mississippi zu fahren - und du sagst ja.
Die Bilder, die Stephanie Lukins sich in ihrem Kopf von ihrer Traumhochzeit ausmalte, sahen weder Monogramm-bestickte Servietten, noch die gewöhnlichen Fingerfood Häppchen vor. Nicht einmal ein Barkeeper kam darin vor. Nur ein durch Fahrrad-Kraft angetriebener Mixer, eine "Limousine" mit 10 Gängen und ihr Ehemann. Den lernte sie - wie sollte es anderes sein - auf einem Bike kennen.
Jessica Kuo musste ihren Kopf frei kriegen. Nachdem eine Freundin von ihr an Krebs starb, stieg sie auf ein Bike und hielt erst wieder an, als sie am anderen Ende der USA angekommen war. Sie ist keine Olympionikin und auch nicht aus Stahl. Sie ist schlichtweg eine Frau, die im Sattel eines Bikes ihre Therapie gefunden hat.
Sophie Ballo blieb keine andere Wahl als beim Laufen zu tricksen. Das Laufen auf dem Asphalt zahlreicher Marathons hatte seine Spuren in ihrem Körper hinterlassen. Freunde überzeugten sie deshalb aufs Bike umzusteigen. Jetzt trickst sie nicht mehr beim Laufen. Man kann es nicht als Tricksen bezeichnen, wenn man - nachdem man einen Job bei Specialized angenommen hat - inzwischen zu den schnellsten Fahrerinnen im ganzen Gebäude zählt. So was nennt man Hingabe.
Denise Bannert tat noch nie das, wozu ihr geraten wurde. Nachdem sie auf dem flachen Land aufgewachsen war, zog sie schließlich in die Nähe der Berge. Als Freunde sich auf den Strassen fortbewegten, fuhr sie über Trails. Als es Zeit wurde einen langweiligen Bürojob anzunehmen, kam sie zu Specialized und tat genau das Gegenteil.






